Verantwortlich

Prof. Dr. Dr. h. c. Georg Spöttl, M.A.

Tel.:
+49 461 46020
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Steinbeis-Transferzentrum InnoVET

Laufzeit

01.01.1998 - 31.12.2000

Projektpartner*innen

  • ITS, Niederlande
  • 11 Partnerinstitute aus 9 EU-Ländern

Projektkoordination

Institut Technik und Bildung, Universität Bremen (Prof. Dr. Felix Rauner; Dr. Martin Fischer)

Institution der EUF

Berufsbildungsinstitut Arbeit und Technik (biat)

Finanzierung

Kommission der Europäischen Gemeinschaft, LEONARDO DA VINCI


Kfz-Mechatroniker - Implementierung und Validierung eines europäischen Berufsbildes (Akkreditierungsprojekt)

Der Kfz-Sektor hat in den Ländern der EU eine herausragende Bedeutung, weil er Beschäftigung und ökonomische Prosperität in einem hohen Maße mit beeinflußt.
Die strategische Position der Kfz-Werkstatt ist und bleibt wichtiger als je zuvor, weil der Service- und Reparaturbereich ein entscheidender Faktor für Kundenzufriedenheit und Kundenloyalität ist und den Kunden dazu veranlaßt, sich längerfristig an eine Automarke zu binden.
In der Automobilbranche ist die Wettbewerbsfähigkeit unmittelbar von der beruflichen Qualifikation des Servicepersonals abhängig. Produkt- und Servicequalität entscheiden über die Überlebensfähigkeit von Automobilmarken auf dem Weltmarkt. Diese aber ist weniger abhängig vom spezifischen technologischen Know-How - das steht weltweit zur Verfügung -, sondern von der Qualifikation der Beschäftigten in Produktion und Service. Selten sind die Systeme beruflicher Aus- und Weiterbildung so herausgefordert wie in diesem Sektor.

Stichworte

Europäisches Berufsbild, Kfz-Service, Kfz-Mechatroniker

Beschreibung

Begründung

Der Kfz-Sektor hat in den Ländern der EU eine herausragende Bedeutung, weil er Beschäftigung und ökonomische Prosperität in einem hohen Maße mit beeinflußt.

In der im Auftrag von TASK FORCE HUMAN RESOURCES, EDUCATION and YOUTH der EU erstellten Studie zur "Beschäftigung, Arbeit und Weiterbildung im europäischen Kfz-Handwerk" (RAUNER/ SPÖTTL/ OLESEN/ CLEMATIDE, 1995/1996) wird darauf verwiesen, daß zwar einerseits eine kostengünstige Produktion qualitativ hochwertiger Autos notwendig ist, um auf dem Weltmark bestehen zu können, andererseits aber die Servicequalität der Händler und Werkstätten - der markengebundenen und der freien - in Zukunft zunehmend über die Position der Automobilbranche im internationalen Qualitätswettbewerb entscheiden wird.

Die strategische Position der Kfz-Werkstatt ist und bleibt wichtiger als je zuvor, weil der Service- und Reparaturbereich ein entscheidender Faktor für Kundenzufriedenheit und Kundenloyalität ist und den Kunden dazu veranlaßt, sich längerfristig an eine Automarke zu binden.

In der Automobilbranche ist die Wettbewerbsfähigkeit unmittelbar von der beruflichen Qualifikation des Servicepersonals abhängig. Produkt- und Servicequalität entscheiden über die Überlebensfähigkeit von Automobilmarken auf dem Weltmarkt. Diese aber ist weniger abhängig vom spezifischen technologischen Know-How - das steht weltweit zur Verfügung -, sondern von der Qualifikation der Beschäftigten in Produktion und Service. Selten sind die Systeme beruflicher Aus- und Weiterbildung so herausgefordert wie in diesem Sektor. Der Aufgabenwandel im Kfz-Sektor erfordert in Betrieb, Service und Reparatur eine hohe Innovationsfähigkeit. Dafür bedarf es tragfähiger Aus- und Weiterbildungskonzepte. 

Die Notwendigkeit innovativer Konzepte für Aus- und Weiterbildung wurde im Rahmen der "Europäischen Automobilkonferenz" am 1. und 2. Dezember 1994 in Luxemburg und beim Automobil WeltCongress vom 10. bis 12. Oktober 1996 in München nochmals untermauert und als berufspädagogische und arbeitsmarktpolitische Antwort auf die Herausforderungen der zunehmend global organisierten europäischen Automobilindustrie gesehen.

Ziel

Kern des Konzepts bildet das "Auto als Ganzes", die Arbeitsprozeßorientierung in der Berufsausbildung und eine ganzheitliche und lernortübergreifende Struktur des Curriculums.

Inhaltlich zielt das Berufsprofil auf eine Überwindung der Aufgabenteilung von Mechanik und Elektrik/Elektronik und auf Aspekte wie Herausforderungen durch Arbeitsorganisation und (computerisierte) Werkzeuge, sowie die weitergehenden Anforderungen an die Facharbeit durch zunehmende Entwicklungen hin zu Dienstleistungsaufgaben in der Werkstatt. Das zieht eine gewisse Abkehr des Berufsprofils von seiner ursprünglichen metalltechnischen Ausrichtung nach sich und macht das "Auto als Ganzes" zum Gegenstand der Berufs(aus-)bildung. Im Mittelpunkt des innovativen Konzeptes stehen folglich das Auto als Ganzes auf verschiedenen Differenzierungsstufen und zur Sicherung des Arbeitsprozeßbezuges die Werkzeuge, Methoden und Organisation der Facharbeit sowie betriebliche, gesellschaftliche und individuelle Anforderungen an Facharbeit und Technik.

Das Konzept ist auf einen Ausbildungsumfang von 3 Jahren angelegt. Es baut auf einen Pflichtschulabschluß auf und soll in einem Lernortverbund organisiert werden. Eine systematische betriebliche Berufsbildung soll durch schulische Begleitung ergänzt werden.

Das Projekt ist als "Akkreditierungsprojekt" angelegt. Es sollen die Voraussetzungen geschaffen werden, um das europäische Kernberufsbild des "Kfz-Mechatronikers" in einer Erprobungsphase in ausgewählten Ländern implementieren zu können. Folgende Zielsetzungen sind einzulösen, damit die Implementierung gelingen kann:

  1. Erarbeitung einer Prüfungsordnung und eines Validierungskonzeptes.
  2. Transformation des vorhandenen Curriculums in die länderspezifischen Ausbildungspläne.
  3. Handbuch für Ausbilder und Lehrer (auch über Internet verfügbar): Der Inhalt des Handbuches umfaßt die
  • inhaltliche
  • methodische
  • organisatorische Umsetzung

einer Theorie und Praxis verschränkenden Ausbildung, wobei sowohl duale, kooperative und alternierende Formen der Ausbildung Gegenstand der Ausführungen im Handbuch sind.

Enthalten ist auch ein Validierungskonzept.

  1. Qualifizierung von Projektteams in ausgewählten Partnerländern.
  2. Erarbeitung einer synoptischen Darstellung der nationalen Anerkennungsregularien.
  3. Vorbereitung und Etablierung nationaler Einführungsprojekte.
  4. Etablierung eines europäischen Advisory Boards mit der Aufgabe, die Implementierung des europäischen Berufsbildes zu unterstützen und zu begleiten.
  5. Entwicklung eines auf den Kfz-Mechatroniker aufbauenden Weiterbildungskonzeptes als System kfz-service-spezifischer Vertiefung.

Die Umsetzung der genannten Ziele soll zum einen eine hohe Akzeptanz des Projektes und des Kfz-Mechatroniker-Berufsbildes in einer größeren Zahl von EU-Mitgliedsstaaten sichern und zum anderen Voraussetzungen für eine weitergehende Implementierung schaffen. Drittens wird angestrebt, eine gegenseitige Anerkennung des Abschlußniveaus des Kfz-Mechatronikers durch die sich an einer Pilotphase beteiligenden Einrichtungen zu erreichen. Das macht es erforderlich, eine Prüfungsordnung zu entwickeln, die das Abschlußniveau des Kfz-Mechatronikers zu definieren hilft. Ein darauf abgestimmtes Validierungskonzept soll Einstiegskriterien und Zugangsverfahren zur Kfz-Mechatroniker-Ausbildung für die unterschiedlichen europäischen Ausbildungsstrukturen festlegen.

Ergebnis

  • Rauner, F.; Spöttl, G.: Der Kfz-Mechatroniker – Vom Neuling zum Experten. Bielefeld: Bertelsmann 2002
  • Rauner, F.; Spöttl, G.: Entwicklung eines europäischen Berufsbildes "Kfz-Mechatroniker" für die berufliche Erstausbildung unter dem Aspekt der arbeitsprozeßorientierten Strukturierung der Lehr-Inhalte. ITB-Reihe, Heft 13, 1995 und 1998
  • F. Rauner; G. Spöttl; K. Olesen; B. Clematide: Weiterbildung im Kfz-Handwerk. CEDEFOP-Bundesanzeiger, 1995
  • Rauner, F.; Spöttl, G.: Service – Auto – Beruf. Donat 1996
  • Clark, K. B.; Fujimoto, T.: Automobilentwicklung mit System. Strategie, Organisation und Management in Europa, Japan und USA. Campus, Frankfurt/New York, 1992