Verantwortlich

Prof. Dr. Dr. h. c. Georg Spöttl, M.A.

Tel.:
+49 461 46020
SU1899-TextEinschliesslichBindestricheBitteEntfernen-@stw.de
Steinbeis-Transferzentrum InnoVET

Laufzeit

01.01.1998 - 31.10.1998

Projektmitglieder

Prof. Dr. Matthias Becker

Tel.:
+49 511 76217215
becker-TextEinschliesslichBindestricheBitteEntfernen-@ibm.uni-hannover.de
Institut für Berufswissenschaften der Metalltechnik

Projektpartner*innen

  • Zulieferer der Automobilindustrie

Projektkoordination

KWK - Kraftfahrzeug-Werkstatt-Konzept GmbH & Co. KG

Institution der EUF

Berufsbildungsinstitut Arbeit und Technik (biat)

Finanzierung

Zulieferunternehmen/Teilehersteller der Kfz-Branche


Know-how Transfer - Teilehersteller als Dienstleister für Kfz-Betriebe

Im Rahmen des Projektes sollen strategische Konzeptionen für eine erfolgreiche Unterstützung des Kfz-Service durch die Teilehersteller entworfen werden.

Stichworte

Kfz-Service, Kfz-Teilehersteller

Beschreibung

Hintergründe

In nahezu jeder Branche der Industrie werden Auswirkungen der Internationalisierung, der veränderten Produktionsprinzipien und Unternehmensorganisationen sichtbar. Die Unternehmen versuchen, in erster Linie den Anteil der direkt produktiven Aktivitäten zu erhöhen und den Anteil der indirekt produktiven Aktivitäten zu reduzieren.

Unter dem Schlagwort "Lean Production" - schlanke Produktion - , entstehen in der Automobilindustrie Formen der Unternehmensorganisation, die durch internationale Ausrichtung und reduzierte Fertigungstiefe gekennzeichnet sind.

Folge davon ist, daß bei Herstellern immer mehr Teile für die Fertigmontage der Automobile von den Teileherstellern entwickelt und produziert werden. Die Automobilhersteller überlassen den Teileherstellern zunehmend auch die Entwicklung und Fertigung von ganzen Systemen des Automobils, z.B. des Armaturenbretts oder des Motormanagementsystems; sogar die Montage der eigenen Teile ist in Einzelfällen schon vorgesehen. Auch die Teilehersteller werden ihrerseits versuchen, ihre Fertigung "schlank" zu halten. Sie versuchen daher, ihre Module bzw. Systeme gleich für mehrere Automobilhersteller zuzuschneiden. Durch gestiegene Kundenanforderungen, die sich durch eine starke Serviceorientierung und einen ausgeprägten Individualismus kennzeichnen läßt, wächst jedoch trotzdem die Zahl der Autovarianten stark an, da die Module zunehmend universell einsetz- und individuell konfigurierbar sind.

Das "Abgeben" von Entwicklungs- und Konstruktionsaufgaben der Automobilhersteller und die globalisierte Ausrichtung der Teilehersteller führt zwangsläufig zu einer Verlagerung von Know-how zu den Teileherstellern. Da die Automobilhersteller in der Vergangenheit ihr Know-how auch dazu genutzt haben, ihre Kundendienstschulen und ihre Händler mit servicerelevantem Know-how zu versorgen, stellt sich nun die Frage, wie und durch wen diese Aufgabe heute und in Zukunft gelöst wird.

Die Kundendienstschulen der Automobilhersteller stellen aus deren Sicht sogenannte Cost Center dar. Deshalb werden diese inzwischen ausgelagert und zu selbständigen Unternehmen, die sich selbst finanzieren. Damit wird vermutlich die Versorgung der Vertragshändler mit servicerelevantem Know-how erschwert, weil die Abkopplung der Kundendienstschulen vom Automobilhersteller den Informationsfluß behindert. Kundendienstschulen der Hersteller müssen sich inzwischen in manchen Fällen genauso um das servicerelevante Know-how des eigenen Herstellers bemühen wie externe Einrichtungen.

Die Teilehersteller haben sich auf der anderen Seite zwar schnell auf die veränderten Produktionsprinzipien umgestellt; sie haben aber vermutlich die Auswirkungen auf den Transfer von servicerelevantem Know-how auf den Service in Kfz-Betrieben noch nicht in der gesamten Tragweite erkannt. 

Projektziele

Im Rahmen des Projektes sollen strategische Konzeptionen für eine erfolgreiche Unterstützung des Kfz-Service durch die Teilehersteller entworfen werden.

Zunächst muß dazu erhoben werden, wie der Transfer von servicerelevantem Know-how derzeit genau aussieht. Dazu werden Schlüsselpersonen und Abteilungen der Automobil- und Zulieferindustrie befragt. Die zu klärende Kernfrage lautet hierbei: Besitzen die Teilehersteller heute mehr servicerelevantes Know-how als früher und wie wird dieses dazu verwendet, um den Service von Kraftfahrzeugwerkstätten zu unterstützen?

Teilehersteller wollen in erster Linie den Absatz ihrer Teile im Aftermarket-Bereich erhöhen. Dies kann jedoch nur gelingen, wenn die servicerelevante Unterstützung gegeben ist, welche zum Verkauf, Einbau, Wartung und der Diagnose der Produkte nötig ist. Das Projekt stellt sich deshalb die Beantwortung der Frage zum Ziel, welche Unterstützung durch die Teilehersteller vonnöten ist, damit die Kfz-Betriebe erfolgreichen Qualitätsservice rund um die Produkte der Teilehersteller anbieten können und in diesen womöglich zunehmend wichtige Geschäftspartner sehen.

Ergebnis

Spöttl, Georg; Becker, Matthias: Implikationen für den Kfz-Service durch Know-how-Verlagerungen in der Automobilindustrie. In: Zeitschrift für Automobilwirtschaft (ZfAW), Heft 2/1999, S. 42-50.

Implikationen für den...

Datum:
06.03.2017

Datei:
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