Veranstaltungsdetails
19:00 Uhr
Raum 432
Populistische Rhetorik in Österreich
Ziel des Vortrags ist es, zu zeigen, wie Populismus und Sprache (einschließlich visueller Kommunikation) zusammenhängen. Der Vortrag ist in drei Teile gegliedert. Nach einer theoretischen Begriffsbestimmung von „Populismus“ werden im zweiten Teil des Referats allgemeine Kennzeichen eines rechten Populismus zur Diskussion gestellt, um im dritten Teil ausgewählte sprachliche Aspekte, Strategien und Prinzipien populistischer Rhetorik zu erörtern. Empirischer Bezugspunkt ist der (rechts)populistische Sprachgebrauch in Österreich. Ein spezielles Augenmerk richtet sich auf die Frage, welchen Veränderungen das Phänomen des Rechtspopulismus und der rechtspopulistischen Rhetorik unterworfen ist, wenn rechte PopulistInnen ihre oppositionelle Rolle verlassen, um die Rolle von Regierenden zu übernehmen. Im Konkreten wird nachgezeichnet, wie sich der Eintritt einer rechtspopulistischen Partei wie die FPÖ in die Regierung auf die Performanz und den Erfolg der Partei auswirkte und welchen Effekt die Regierungsbeteiligung im Besonderen auf altbewährte Strategien einer oppositionellen rechtspopulistischen Rhetorik zeitigte.
Martin Reisigl, geb. 1969 in Bozen, Angewandter Sprachwissenschaftler, derzeit Vertretungsprofessor am Institut für Germanistik 1 der Universität Hamburg und Lehrbeauftragter am Institut für Sprachwissenschaft der Universität Wien. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Diskursforschung im weitesten Sinn, die Pragmatik, die Soziolinguistik, die Textlinguistik, die (politische) Rhetorik (Sprache und Diskriminierung, Nationalismus, Rassismus und Populismus), wissenschaftliches Schreiben, Sprache und Geschichte, Sprache und Literatur, Argumentationstheorie und Zeichentheorie (Semiotik).

