EUM stellt Klimaschutzkonzept vor
Die Stadt Flensburg engagiert sich im Klimaschutz. Bis 2050 will die Region Flensburg CO2-Neutralität erreicht haben. Der Klimapakt Flensburg e. V. stellt seit Dezember 2008 die Plattform dar, mit der dieses Ziel erreicht werden soll; der Pakt ist ein Zusammenschluss aus Unternehmen, Institutionen und öffentlichen Einrichtungen. Die Mitarbeiter des renommierten Studiengangs Energie- und Umweltmanagement erstellten in den vergangenen zwölf Monaten im Auftrag des Klimapakts und der Stadt Flensburg ein Klimaschutzkonzept, das der Leiter des Studiengangs Professor Dr. Hohmeyer zusammen mit seinen Mitarbeitern am Freitag, 2. Dezember, in der Bürgerhalle der Stadt Flensburg vorstellte. Einen Eindruck vom Wandel im arktischen Raum gab zudem der Abenteurer und Expeditionsleiter Arved Fuchs in einem spannenden Vortrag über seine letzte Expeditionsreise mit dem Titel „Grönland-Nordost – Was ist dran am Klimawandel?“
Die Menschheit trägt erheblich zur Veränderung des Weltklimas bei. Dies stellte der Weltklimarat IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) im Jahr 2007 in seinem vierten Sachstandbericht zu den Ursachen und Auswirkungen des Klimawandels fest. Der Bericht zeigt auch, dass ohne eine drastische Reduzierung der Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2050 katastrophale Folgen drohen. Die Klimapolitik auf der staatlichen und internationaler Ebene wird derzeit mit dem Ziel vorangetrieben, die globalen Emissionen bis zum Jahr 2050 zu halbieren. Auch wenn diese nationale und internationale Politiken für die angestrebte Entwicklung maßgebend sind, so ist es gleichermaßen wichtig, dass Klimaschutzmaßnahmen auf der kommunalen Ebene mit Engagement initiiert und umgesetzt werden. Nur hier sind alle maßgebenden Akteure direkt ansprechbar und nur auf der kommunalen Ebene lassen sich die notwendigen Aktivitäten in allen Teilbereichen erfolgreich koordinieren und zu einem widerspruchsfreien Gesamtkonzept zusammenfügen.
So haben sich die Stadt und der Klimapakt Flensburg das Ziel gesetzt, die Emissionen klimarelevanter Treibhausgase in Flensburg kontinuierlich zu senken und bis zum Jahr 2050 CO2-Neutralität zu erreichen. Das Zwischenziel lautet, die Emissionen bis zum Jahr 2020 um 30 Prozent zu reduzieren. Das integrierte Klimaschutzkonzept aus dem Fachbereich Energie- und Umweltmanagement beschreibt für die Stadt Flensburg mit ihren knapp 90.000 Einwohnern, wie das selbstgesteckte Ziel der CO2-Neutralität bis zum Jahr 2050 verwirklicht werden kann. Helge Maas, Emöke Kovac und Martin Beer vom Studiengang EUM führten zusammen mit den Flensburger Bürgerinnen und Bürgern und über 50 lokalen Organisationen, Unternehmen und Institutionen in einem Zeitraum von einem Jahr 16 Workshops durch, mit dem Ziel, Maßnahmen zur CO2 Neutralität bis zum Jahr 2050 zu entwickeln. Dabei wird dieser Leitgedanke der CO2-Neutralität sowohl durch die Reduzierung des Energieverbrauches als auch durch den verstärkten Einsatz von erneuerbaren Energien erreicht.
Eine wichtige Rolle bei der Senkung des Energieverbrauches spielen die energetische Gebäudesanierung, die Steigerung der Energieeffizienz, die Änderung der Verkehrsmittelwahl und die weitestgehende Elektrifizierung der Mobilität. Insgesamt lässt sich der Energiebedarf bis zum Jahr 2050 gegenüber 2010 um 39 % senken. Zur Erreichung der CO2-Neutralität spielt die Substitution der fossilen Energieträger, aktuell vorwiegend Kohle, bei den Stadtwerken Flensburg eine große Rolle. Die Stadtwerke Flensburg versorgen nahezu 100 % der Flensburger Haushalte mit Fernwärme und Strom aus dem Heizkraftwerk mit Kraft-Wärme-Kopplung. Eine kontinuierliche Umstellung bei den Stadtwerken Flensburg auf erneuerbare Energieträger ermöglicht die einfache Umstellung der Haushalte hin zu einer CO2-neutralen Energieversorgung. Ebenso wichtig ist die Umstellung der Energieversorgung beziehungsweise der Energieträger bei den Flensburger Unternehmen. Zusammen mit den ansässigen Industrieunternehmen wurden mögliche Lösungen zur Erreichung der CO2-Neutralität erarbeitet.
Bei ihrer Arbeit waren die Macher der Studie hoch erfreut darüber wie gut der begonnene gemeinschaftliche Prozess zur Erstellung des integrierten Klimaschutzkonzeptes in Flensburg aufgenommen wurde und sowohl die breite Unterstützung der Flensburger Bevölkerung als auch der Flensburger Unternehmen und Organisationen jederzeit gegeben war. Zum Erreichen der CO2-Neutralität ist es nun wichtig, dass der eingeschlagene Weg künftig auch weitergeführt wird. Das Ziel muss sein, dass bis zum Jahr 2050 jeder Flensburger ein Klimaschützer ist!
Die gesamte Studie wird auf den Internetseiten des Klimapakts Flensburg e.V. veröffentlicht.
Energiebedarfsermittlung Klimapakt

