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Notizen aus der Universität

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Ein Streifzug durch 25 Jahre Freilandlabor

1982 fiel Prof. Dr. Wilfried Probst, Mitglied des Beirates für Naturschutz und Landschaftspflege der Stadt Flensburg bei einer Ortsbesichtigung die Brachfläche hinter dem Güterbahnhof ins Auge. Das Gebiet nutzte damals der städtische Bauhof ab und zu als Zwischenlager. Wilfried Probst war - abgesehen von dem Müll der herumlag - beeindruckt von der Reliefdynamik und der Vielseitigkeit des Geländes und entwickelte den Gedanken, hier ein "Flensburger Freilandlabor" zu entwickeln.

Schon 1983 begann das Institut für Biologie und ihre Didaktik der PH Flensburg mit der probeweisen Nutzung dieser Stadtbrache als "Freilandlabor" und führte Praktika mit Schulklassen und Studierenden dort durch. Zwei Examensarbeiten lieferten eine erste Bestandsaufnahme und Ideen zur didaktisch-pädagogischen Nutzung.

Schließlich wurden im Herbst 1983 mit der Bundesbahn und im Frühjahr 1984 mit der Stadt Flensburg Nutzungsverträge abgeschlossen, die Nutzung des Geländes als "Freilandlabor" war erlaubt. Eine ABM-Stelle wurde 1984 geschaffen, später gab es dann eine halbe Stelle für eine abgeordnete Lehrkraft.

Seit 1998 wird das Freilandlabor von Elisabeth Voß-Isenbeck als feste pädagogische Betreuerin geleitet. Die Zahl der Besucher wuchs kontinuierlich an. 2006 besuchten fast 3000 Menschen das Freilandlabor, das sich von der Brache längst in eine grüne Oase in Flensburgs Süden gewandelt hatte. Im Winter 1985/86 konnte mit Unterstützung durch das Kultusministerium eine Arbeitshütte eingerichtet werden, nicht nur mit Platz für allerlei Gerät, auch ein Bienenvolk und einen Schaubienenkasten fanden ein Zuhause. Bei schlechtem Wetter war hier eine Rückzugsmöglichkeit gegeben, eine Schulklasse kam im fast 50 qm großen Raum unter.

Im April 1998 dann ein der Rückschlag: Die Hütte brannte ab - Brandstiftung. Einer der Brandstifter war noch ein Kind. Da Gebäude des Landes nicht versichert sind, war es bislang nicht möglich, die Hütte neu aufzubauen. Als notdürftiger Ersatz wurde ein brandsicherer Metallcontainer auf den alten Sockel der abgebrannten Hütte gestellt, um wenigstens einige Materialien vor Ort unterbringen zu können. Leider ist Vandalismus bis heute ein wiederkehrendes Problem im Freilandllabor. Ungeachtet dessen ist das Interesse am Freilandlabor riesig groß. Das Spektrum der Besucher reicht von Kindergartenkindern bis zu Referendaren, Seniorengruppen und anderen Interessierten. Besonders zahlreich sind Grundschulklassen vertreten.

Eine besondere Bedeutung hat das Freilandlabor für die Ausbildung der Lehramtsstudenten, die hier Unterrichtsvorhaben mit Schulklassen erproben. Besondere Attraktionen sind bei den großen und kleinen "Besuchern" das Klettern am Berg und das Schneckenrennen.

Häufig hört man nach einer dreistündigen "Forscher- und Pfadfindertätigkeit" von den Teilnehmer, "es ist so schön hier, wir wollen noch nicht nach Hause". Und schaut man in die strahlenden Gesichter der Besucherinnen und Besucher, so ist das ein Ansporn dafür immer neue Ideen und Projekte zu erarbeiten. Lernen mit Kopf, Herz und Hand ist ein wichtiger Bestandteil der Mitweltbildung. Der Besuch des Freilandlabors ist für viele Einrichtungen zu einem wichtigen Programmpunkt geworden. Aus einer ehemaligen Stadtbrache ist eine grüne Oase inmitten der Stadt Flensburg geworden, die Heimat für viele Pflanzen und Tiere ist.

nach oben | 02.07.2009, 16:20 Uhr
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