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Flensburger Erklärung

Flensburger Erklärung zur Frühen Naturwissenschaftlichen Förderung

Positionspapier der Forscher- und Projektgruppen zum Abschluss der Fachtagung "Am Phänomen lernen - Naturwissenschaftliche Förderung im Elementarbereich" an der Universität Flensburg am 04.03.2009. Diese Veranstaltung wurde gefördert von dem Ministerium für Bildung und Frauen des Landes Schleswig-Holstein und der Nordmetall-Stiftung. Eine Dokumentation der Tagungsbeiträge wird in einem Tagungsband veröffentlicht.

Diese Erklärung will das Bewusstsein für die außerordentliche Bedeutung der frühen naturwissenschaftlichen Förderung schärfen. Die Qualität einer solchen Förderung schon im Elementarbereich ist grundlegend für die Zukunft jedes Einzelnen und für die Zukunft der Gesellschaft. Ohne eine solide und früh einsetzende naturwissenschaftliche Bildung können humaner und demokratischer Fortschritt und künftiger Wohlstand nicht gesichert werden. An Umfang und Qualität entsprechender Angebote im Elementarbereich muss weiter intensiv gearbeitet werden.

Die in Flensburg vertretenen Forscher- und Projektgruppen haben pädagogische Prinzipien und Forderungen für eine frühe naturwissenschaftliche Förderung formuliert, die den verantwortlichen Bildungsträgern als Orientierung dienen sollen.

  1. Elementare Phänomene, Fragen, Methoden und Erkenntnisse der Naturwissenschaften besitzen für Kinder im Vorschulalter einen hohen Bildungswert.
  2. Eine eigenständige Auseinandersetzung mit naturwissenschaftlichen Phänomenen stellt für Kinder eine wichtige Grundlage für ein altersgemäßes Begreifen und Verstehen dar.
  3. Kinder gewinnen beim "forschenden Experimentieren" durch eigenes Handeln einen Erfahrungsreichtum, der ihr Lernen nachhaltig fördern wird.
  4. Gemeinsames Experimentieren in der Gruppe unterstützt die Entwicklung sozialer Kompetenz und Kooperationsfähigkeit bei den Kindern.
  5. Dialogisches Sprechen über Experimente und anschauliches Visualisieren von Vorstellungen sind wirksame Mittel und Wege, gewonnene Erkenntnisse zu sichern und zu vertiefen.
  6. "Forschendes Experimentieren" verlangt sensible Begleitung und individuelle Unterstützung der Kinder. Dies ist eine Voraussetzung dafür, dass "Selbstbildung" als aktive  "Aneignung von Welt" gelingen kann.
  7. Erkenntnisse zum Lernen im Primarbereich können nicht direkt auf den Elementarbereich übertragen werden. Grundlegende Forschungsarbeiten sind im Bereich der frühen naturwissenschaftlichen Förderung dringend erforderlich.
  8. Es muss weiteres geeignetes Material zum forschenden Experimentieren entwickelt, evaluiert und den Kindertagesstätten zur Verfügung gestellt werden.
  9. Erzieherinnen und Erzieher leisten die wesentliche Arbeit bei der Umsetzung dieser Prinzipien. Sie brauchen dafür entsprechende berufliche Kompetenzen.
  10. Die Bereiche Naturwissenschaften und Technik müssen fester Bestandteil der Aus- und Fortbildung der Erzieherinnen und Erzieher werden.
  11. Die pädagogischen Fachkräfte sollen in der Ausbildung selbst die motivierende Erfahrung mit eigenständigem Experimentieren machen. Dies ist wesentlich für die erfolgreiche Arbeit mit Kindern.

Folgende Forschungs- und Projektgruppen nahmen an der Tagung teil und haben diese Schlusserklärung verabschiedet:

Institution Projekt
Explo Heidelberg Angebote für den Elementarbereich
Petra Mohr
Weiterbildungsinstitut der Fachhochschule Kiel NaturspielPädagogik
Ute Schulte Ostermann, Sylva Brit Jürgensen
IFP Staatsinstitut für Frühpädagogik Naturwissenschaftliche Förderung
Dr. Bernhard Nagel
Leibniz Universität Hannover Curriculare Delphi-Studie
Kerstin Brausewetter
Mitmachlabor EMA Kinder erforschen Insekten
Petra Wolthaus
PH Heidelberg Mit Kindern die Welt entdecken
Prof. Dr. Manuela Welzel
Science Lab (Gemeinnützige Bildungs GmbH) Naturwissenschaftliche Bildung im Elementarbereich
Dr. Sabine Richter
Stiftung Haus der kleinen Forscher Berlin Praxisorientiertes Projekt zur frühen naturwissenschaftlichen Förderung
Dr. Peter Rösner,Dr. Stephan Gühmann, Eva Suermann, Rainer Lentz
Technische Universität Dortmund Forschungsprojekt Evaluation verschiedener Methoden im Elementarbereich
Prof. Dr. Insa Melle, Anna Windt
Technorama Winterthur Fortbildung Elementarbereich
Michel Junge
Transferzentrum für Neurowissenschaft und Lernen (ZNL) Kompetenzentwicklung in Fortbildung und Forschung
Petra Evanschitzky
Universität Bremen Natur-Wissen schaffen
Dr. Astrid Wendell
Universität Flensburg Versuch macht klug
Prof. Dr. Lutz Fiesser, Dr. Fritz Schließmann, Dr. Sören Asmussen, Nadine Öhding, Kirsten Richter
Universität Jena Imaginata
Prof. Dr. Peter Fauser, Axel Weyrauch
Universität Oldenburg CHEMOL
Prof. Dr. Ilka Parchmann, Nina Dunker, Marco Beeken
Universum Bremen Kinder als Forscher, Entdecker, Erfinder
Dr. Christine Schorr
Bildungswesen der Bayerischen Wirtschaft Technik-Zukunft in Bayern?!
Anne Rossbach
nach oben | 19.03.2009, 19:18 Uhr
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