Übergänge in der Bildungslandschaft Flensburg
Seit 2006 versteht sich die Stadt Flensburg als Bildungsstadt. Im Dezember 2007 beauftragte der Bildungsausschuss Prof. Dr. Bettina Dausien vom Institut für Allgemeine Pädagogik und Erwachsenenbildung/Weiterbildung mit der Durchführung einer qualitativen Bildungsanalyse. Am Mittwoch, 15. Juli, übergab Prof. Dr. Dausien den Abschlussbericht offiziell an den Zweiten Bürgermeister Flensburgs, Jochen Barckmann.
Die Studie ist eine qualitative Analyse von Bildungsübergängen in Flensburg, die der Stadt die Handlungsfelder aufzeigt, in denen sie selbst eine aktive Rolle einnehmen kann. Da Bildung in den Schulen Landessache ist, kann die Stadt Flensburg vor allem an den Übergängen tätig werden, die im Leben von Kindern und Jugendlichen im Laufe der Zeit eine Rolle spielen. So kann die Stadt eine aktive Rolle einnehmen am Übergang von der Kita zur Grundschule, am Übergang von der Grundschule zur weiterführenden Schule und an der Schnittstelle weiterführende Schule – Berufsausbildung. Diese Übergänge stellen immer komplexere Anforderungen an die Beteiligten und verlaufen nicht immer glatt. Kinder und Jugendliche tun sich an diesen Stellen oft schwer, es bestehen Informationsdefizite und Unsicherheiten, und die Institutionen haben oft einen eingeschränkten, auf die eigenen Belange fokussierten Blick auf die Übergangsprozesse. Wie wichtig diese Übergänge aber sind, haben unterschiedliche bildungssoziologische Studien der vergangenen Jahre gezeigt.
Die Flensburger Studie hatte die Aufgabe, die bestehenden Bildungsinstitutionen dahingehend zu untersuchen, ob und wie sie geeignet sind, individuelle Bildungswege zu unterstützen, oder ob sie diese unter Umständen behindern. Die Ergebnisse zeigen, dass sowohl die in pädagogischen Einrichtungen tätigen Professionellen als auch die betroffenen Personen unterstützt werden sollten. Eine Idee in diesem Zusammenhang ist ein „Bildungsladen“, eine Anlaufstelle für Kinder, Jugendliche, Eltern und Pädagogen, in dem Bildungsexperten individuell beraten; eine adressatengerechte Aufbereitung der reichhaltigen Informationen über Bildungswege ist eine weitere Empfehlung der Studie. Zudem sollten die Strukturen vorhandener Bildungsinstitutionen überprüft und flexibler gestaltet und das Personal in Bildungseinrichtungen für eine biographieorientierte Übergangsgestaltung qualifiziert werden. Vor allem der Übergang in den Beruf, den Jugendliche meistern müssen, ist, so Dausien, ein schwieriger. Einen Vorteil der Flensburger Ausgangssituation sieht sie - im Vergleich zu Hauptstädten und Ballungszentren – aber in der Überschaubarkeit der Stadt und der guten Vernetzung zwischen den relevanten Akteuren, die das konkrete und zügige Umsetzen von Maßnahmen begünstigt.
Die Studie wurde in Kooperation mit dem Zentrum für Bildungsforschung durchgeführt, sie wurde finanziert von der Stadt Flensburg, der Nord-Ostsee-Sparkasse und Flensburg Innovativ.

